Allgemeine Fragen

der Infoabend der Deutschen Glasfaser und der Entega am 15. April 2021 hat bei vielen Bürgern etliche Fragen beantwortet, aber auch eine Reihe neuer Fragen aufgeworfen. Wir werden hier auf diejenigen eingehen, die uns in den letzten Tagen am häufigsten gestellt wurden.

Beispielsweise wurden wir mehrfach gefragt, warum die Deutsche Glasfaser nicht mit der Telekom zusammenarbeitet. Die Frage ist einfach zu beantworten: Die Deutsche Glasfaser und die Deutsche Telekom sind Konkurrenzunternehmen. In anderen Branchen wundert man sich auch nicht, dass beispielsweise BMW nicht mit Opel zusammenarbeitet.

Im Telekommunikationsbereich gibt es allerdings Besonderheiten: Da die Deutsche Glasfaser viel Geld in die Hand nimmt und in kostenintensive Kabelverlegearbeiten investiert, ist das Glasfasernetz der Deutschen Glasfaser für zwei Jahre regulatorisch geschützt. Nach Ablauf von zwei Jahren muss das Glasfasernetz geöffnet und anderen Telekommunikationsanbietern zugänglich gemacht werden. Es ist also sehr wahrscheinlich, dass Konkurrenzunternehmen ihre Telekommunikationsdienstleistungen später über das Glasfasernetz der Deutsche Glasfaser anbieten werden, anstatt ein paralleles Glasfasernetz zu verlegen. Jeder, der an den Services der Telekom hängt, aber trotzdem Glasfaser in der Wohnung haben möchte, kann also nach Ablauf der zweijährigen Vertragslaufzeit wahrscheinlich zur Telekom zurück wechseln. Theoretisch kann man sogar parallel zu dem neuen Glasfaser-Vertragsverhältnis bei seinem seitherigen Anbieter bleiben, muss dann aber für beide Leistungen bezahlen. 

Es wird auch häufig gefragt, ob es Alternativen zur Deutschen Glasfaser gibt. Derzeit, zumindest in unserer Gegend, nicht. Es gibt in Deutschland ein paar wenige Stadtwerke, die in ihren jeweiligen Kommunen Glasfaser verlegt haben (z. B. die NetCologne in Köln und die NetAachen in Aachen). Die Deutsche Glasfaser ist derzeit die einzige Firma, die sich auf ländliche Regionen konzentriert. Und warum tut sie das? Die Deutsche Glasfaser hat in den Anfängen ein cleveres Geschäftsmodell entwickelt, das wiederum von strategischen Entscheidungen der Telekom beeinflusst war. Die Telekom konzentriert sich auf den Glasfaserausbau in Städten, da sich die Investitionen dort am schnellsten amortisieren. In ländlichen Regionen, auch in unserer Region, hält sich die Telekom zurück und wird, auch nach Rückfrage, in absehbarer Zeit keine Glasfaser in den Boden legen, auch nicht in Mühltal. Genau auf diesem Umstand basiert das Geschäftsmodell der Deutschen Glasfaser. Sie springt in diese Lücke und bietet Glasfaser bis in die Wohnung (FTTH = fibre to the home) außerhalb der Städte an. Damit das Geschäftsmodell tragfähig wird, machen sie den Ausbau in einer Gemeinde von der Anzahl der abgeschlossenen Verträge abhängig, den mittlerweile hinlänglich bekannten 40%.

An dieser Stelle noch ein Hinweis zu den häufig genannten 40 %. Da die Deutsche Glasfaser GmbH ein privatwirtschaftliches Unternehmen ist, finanziert sie den Glasfaserausbau ausschließlich über die Verträge, die mit Endkunden abgeschlossen werden. Neben den kostenintensiven Erdarbeiten gibt es selbstverständlich weitere Investitionen, die von der Deutschen Glasfaser getragen werden müssen: Die Glasfaserstränge müssen in sogenannten POPs (Points of Presence) mit dem Internet-Backbone (Hauptstrang) gekoppelt werden, damit wir auf das Internet zugreifen können. Weiterhin bedarf es weiterer Schalttechnik, damit wir wie gewohnt telefonieren können. 

Die Deutsche Telekom wirbt übrigens intensiv mit sogenannten glasfaserbasierten DSL-Anschlüssen in Mühltal. Lassen Sie sich bitte davon nicht verwirren. Dies bedeutet, dass die KVz (die grauen Kästen in den Ortsteilen) mit Glasfaser angeschlossen sind. Das ist exakt das, was wir heute bereits haben. Die sogenannte „letzte Meile“ besteht aber nach wie vor aus Kupferkabeln, die eben die unerwünschten Einschränkungen bringen: je weiter entfernt vom KVz und je mehr Menschen gleichzeitig im Internet unterwegs sind, desto geringer die zur Verfügung stehende Bandbreite. Über die Deutsche Glasfaser erhalten wir ein Glasfaserkabel bis zum NT (Network Terminator) neben dem Router im Haus, weshalb es die kupferkabelbedingten Einschränkungen nicht gibt. Die Bandbreite schwankt niemals und ist im Download wie im Upload garantiert.

Warum kooperiert die Deutsche Glasfaser mit der Entega? Es ist sicherlich nachvollziehbar, dass die Deutsche Glasfaser nicht zwingend mit der Deutschen Telekom, dem größten Konkurrenten, kooperiert, sondern mit regionalen Anbietern, wie in unserem Falle eben die Entega. Es ist natürlich auch viel attraktiver, wenn der Kunde zwischen zwei verschiedenen Angeboten auswählen kann.

Es tauchte auch schon mehrfach die Frage auf, ob wir die erste Gemeinde seien, bei denen die Deutsche Glasfaser ein Glasfasernetz bauen will. Bei Weitem nicht. Die Deutsche Glasfaser hat inzwischen rund eine Million Kunden. Sie können sich hier anzeigen lassen, in welchem Bundesland die Deutsche Glasfaser bereits aktiv ist bzw. in welcher Gemeinde sich die Projekte in welcher Phase befinden. Unterhalb der Gemeindenamen kann man die Anzahl der angezeigten Orte jeweils erweitern.

Für viele Telekom-Kunden ist Magenta TV ein Thema, das ihnen unter den Nägeln brennt; aber auch hier gibt es Lösungsmöglichkeiten: Die Deutsche Telekom speist Magenta TV in das Glasfasernetz der Deutschen Glasfaser ein. Diejenigen, die Magenta TV nutzen wollen, müssen dafür natürlich bezahlen, können aber zur Deutschen Glasfaser wechseln und weiterhin Magenta TV nutzen. Eine Alternative dazu ist der Magenta TV Stick, der am HDMI-Eingang des Fernsehers angeschlossen wird. Es muss dann über WLAN eine Verbindung zum Internet hergestellt werden. Über die Oberfläche können dann die Magenta TV-Angebote genutzt werden.

Wir haben viel nachgelesen und erfragt und so unser Wissen aufgebaut. Auf dieser Grundlage formulieren wir die Inhalte dieser Webseite; möchten aber ausdrücklich darauf hinweisen, dass jede Aussage auf bestem Wissen und Gewissen basiert.